Liebe Leserinnen & Leser,
um mit Goethe zu sprechen: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“ In diesem Sinne haben die jungen Führungskräfte des DRK beim Kreuznacher Jahrmarkt in diesem Jahr genau das getan – sie haben Verantwortung nicht nur gelernt und gewollt, sondern übernommen. Sechs Tage lang, rund um die Uhr, unter realen Bedingungen.
Doch zunächst zu den Fakten zum diesjährigen Jahrmarkt in Bad Kreuznach:
Nach sechs Tagen ist am vergangenen Dienstagabend der Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes auf dem Kreuznacher Jahrmarkt zu Ende gegangen. Rund 75 ehrenamtliche Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler waren über die Jahrmarktstage mehr als 120 Stunden auf und rund um die Pfingstwiese präsent und sorgten für die medizinische Versorgung von Besucherinnen und Besuchern sowie Schaustellern. Knapp 200 Menschen fanden direkte medizinische Hilfe beim Roten Kreuz. In vielen Fällen konnten kleinere Verletzungen oder Erkrankungen direkt vor Ort behandelt werden; 39 Patientinnen und Patienten mussten zur weiteren Versorgung in umliegende Krankenhäuser transportiert werden. Schwerverletzte waren glücklicherweise nicht zu verzeichnen.
Rund um die Uhr da – auch wenn niemand hinschaut
Was viele Besucher nicht ahnen: Die Arbeit endet nicht mit dem letzten Karussell. Die Jahrmarktswache war während der gesamten Veranstaltung durchgehend besetzt, auch in den Nacht- und frühen Morgenstunden. Damit waren die Einsatzkräfte gerade für die Schaustellerinnen und Schausteller und ihre Familien jederzeit ansprechbar.
„Die Schausteller sind mit ihren Familien fast das ganze Jahr unterwegs. Da ist es wichtig, dass sie auch auf dem Festplatz einen Ansprechpartner haben, wenn medizinische Fragen auftreten oder Hilfe benötigt wird“, erklärt DRK-Bereitschaftsleiter Thilo Willer. „Da kommt der eine oder andere auch schon einmal zum Verbandswechsel oder wegen alltäglicher Beschwerden bei uns vorbei.“ Selbst nach dem offiziellen Ende blieb das Team bis in die frühen Mittwochmorgenstunden einsatzbereit, um die beginnenden Abbauarbeiten medizinisch abzusichern.

Foto: P. Köhler / DRK
Nachwuchsführungskräfte übernehmen Verantwortung
Und damit zurück zu Goethe. Denn eine Besonderheit gab es in diesem Jahr innerhalb des DRK-Teams: Erstmals übernahmen Nachwuchsführungskräfte als Wachhabende die Verantwortung für die Leitung der Jahrmarktswache. Keine Übung, kein Planspiel – sondern echte Verantwortung, unter realen Bedingungen, mit echten Patientinnen und Patienten und einem Festplatz, der rund um die Uhr Aufmerksamkeit verlangt. An ihrer Seite standen erfahrene Führungskräfte, die den Sanitätsdienst seit vielen Jahren begleiten und diesmal bewusst einen Schritt zurücktraten, um Raum zu geben.
Das Konzept hat sich aus Sicht des DRK bewährt. Die Nachwuchskräfte meisterten ihre verantwortungsvollen Aufgaben sehr gut und sammelten unter realen Bedingungen wertvolle Führungserfahrung – etwas, das sich in keinem Seminar vermitteln lässt. Damit nutzt das Rote Kreuz seinen größten Sanitätsdienst des Jahres ganz bewusst auch zur Aus- und Weiterbildung der nächsten Generation von Führungskräften.
Viel Wertschätzung für das Ehrenamt
Neben der medizinischen Arbeit bleibt den Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzlern vor allem die große Wertschätzung in Erinnerung. Zahlreiche Jahrmarktsbesucher bedankten sich persönlich bei den Einsatzkräften für ihren ehrenamtlichen Dienst. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft – auf kommunaler Ebene ebenso wie aus Landes- und Bundespolitik – besuchten die Jahrmarktswache und nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit den ehrenamtlichen Einsatzkräften.
Für die Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler aus dem Landkreis Bad Kreuznach endet mit dem Kreuznacher Jahrmarkt traditionell die Saison der großen Sanitätsdienste. Im Herbst stehen dann kleinere Veranstaltungen an, die ebenfalls sanitätsdienstlich vom DRK betreut werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildung neuer Helfender: So beginnt bereits Ende August die nächste Fachdienstausbildung „Sanitätsdienst“. Der Nachwuchs, der in diesem Jahr Verantwortung übernommen hat, bekommt also schon bald Gesellschaft.
Redaktionelle Unterstützung: Informationen via P. Koehler; KI-basierte Korrekturlesung.



